Bel-Air Métropole Lausanne

Studienauftrag Nutzungsentwicklung Bel-Air Métropole Lausanne (2006)

Auftraggeber Studienauftrag 

La Genevoise (Eigentümerin)
Vertreten durch: Investment Office Real Estate der Versicherungsgesellschaft, Zurich

Arbeitsgemeinschaft

Degelo Architekten, Basel
Itten & Brechbühl SA, Lausanne
intosens ag, Zürich

Arbeiten intosens

Nutzungs- & Identitätsentwicklung | Nutzungsprogrammierung

Projektdaten

Fertigstellung 2016

ca. 8'500 m2 Detailhandels- und Büroflächen
13 Stockwerke mit grossflächigen Untergeschossen

 

«Der Mut, beim Mut zu bleiben»

In der Arbeitsgemeinschaft mit Degelo Architekten, Basel, und Itten & Brechbühl SA, Lausanne erarbeitete intosens 2006 die Nutzungs- & Identitätsentwicklung sowie die Nutzungsprogrammierung für die Wiederbelebung des Tour de Bel-Air, des ersten Hochhauses der Schweiz. Die folgenden Auszüge aus der damaligen Studie haben auch heute im 2015, kurz vor der Wiedereröffnung, noch ihre Gültigkeit:

«Trotz vieler Gegenstimmen wurde 1932 in Lausanne der Tour Bel-Air als erstes Hochhaus in der Schweiz erbaut. Der Architekt Alphonse Laverrière konnte einen Gebäudekomplex inspiriert von amerikanischen Wolkenkratzern erstellen. Zu verdanken ist dies dem Mut und der Unerschrockenheit der damaligen Bauherren und Projektbeteiligten. Konnten sie ahnen, dass der Tour Bel-Air gar zum Mythos wurde?

'Der Mut, beim Mut zu bleiben' kann sich bei der Revitalisierung des Tour Bel-Air in der Vielfalt verschiedener kultureller Ausdrucksformen niederschlagen, in der Architektur, in der Nutzung, im Auftritt und in der Kommunikation. Sie sind die konstitutiven Elemente der Kultur – sie definieren Sinn und Bedeutung. 

Der Tour Bel-Air liegt in mitten von lebendigen Quartieren mit publikumsorientierten Nutzungen. Die Nachbarquartiere des Bel-Air, insbesondere das neue Flon Quartier, bieten viel bezüglich Kultur, Angebot und Anbieter. Mit der geplanten Gebäudesanierung Bel-Air kann die bereits vorhandene Fussgängerfrequenz im Umfeld abgeschöpft und ein ergänzendes Angebot und eine neue Kundschaft in das Gebiet und das Gebäude bringen. Der Tour Bel-Air hat sämtliche einschneidenden Raum-Zeit-Stil-Epochen überlebt. Der Mythos Bel-Air lebt weiter! Das Bel-Air darf nicht länger «museal» bleiben. Das alleinige Bestaunen von aussen genügt nicht. 

Ausschlaggebender Bestandteil dieses aktiven Geschäftsstandortes ist eine Nutzung, die sich urbanorientiert ausrichtet. Das Bel-Air soll die Besucher aufnehmen und verteilen. Bel-Air hat das Potential zur neuen kommerziellen Drehscheibe von Lausanne. Erfolgsfaktor ist jedoch die stark präsente Identität aussen wie innen vom Art Deco-Stil, der einen Transfer in eine neue eigenständige Geschichte schreibt und sich als Ergänzung zum Umfeld differenziert.»

Ergänzung, Herbst 2015:
Das ehemals als Lager- und Warenumschlagplatz genutzte Flon-Quartier, das direkt ans Bel-Air angrenzt, hat sich in den letzten Jahren stark verändert und sich zu einem modernen und innovativen Stadtviertel entwickelt, worin das Leben Tag und Nacht pulsiert. Heute steht hier eine Ansammlung avantgardistisch geprägter Gebäude, in denen sich Einkaufszentren, Büros, Kantonsverwaltung, Parkhäuser und Wohnungen befinden und wo sich die Kunst und viele neue Lokale angesiedelt haben. Nach jahrelanger Zwischennutzung brachte die Entwicklungsstrategie mit einer Mixtur aus Alt und Neu, sowohl bezüglich der Bauten als auch der Nutzung, den Erfolg. Die Aufwertung des Stadtquartiers durch Umnutzung funktioniert, weil sie teilweise Elemente der vorherigen Zwischennutzung adaptiert hat.

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