Grüningen Ortskern

Verkehrsfreies Stedtli Grüningen (2014/2015)

Auftraggeber:

Amt für Verkehr, Infrastrukturplanung
Volkswirtschaftsdirektion Kanton Zürich

Zusammenarbeit:

Gemeinderat Grüningen

Ort/Objekt:

Grüningen, Verkehrsbefreiung Stedtli, Brückenbau

Arbeiten intosens:

Wahrnehmung
Gemeindeprofil
Experten- und Volksmeinungen
Interventionen
Auswirkungen der Verkehrsbefreiung

Chancen fürs historische Stedtli

Tagtäglich zwängen sich 4000 Fahrzeuge durch den engen mittelalterlichen Dorfkern von Grüningen im Zürcher Oberland – die Kantonsstrasse führt durchs «Stedtli». Das «Stedtli» ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder enthalten und ein Ortskern, mit dem sich die Bevölkerung identifiziert. 

Seit 2012 wurde deshalb eine Umfahrungsstrasse angedacht, die jedoch schützenswerten Landschaftsraum durchquert. Das Projekt befindet sich im Spannungsfeld zwischen Landschaftsschutz und Lebensqualität der Bewohner. Der Kanton Zürich und die Gemeinde suchen nach Erkenntnissen über die Auswirkungen einer Umfahrung für das Stedtli, um damit eine Abwägung gegenüber den Argumenten des Landschaftsschutzes zu ermöglichen. Der Gemeinde ist es ein zentrales Anliegen, dass der Ortskern sich nicht auf die «schöne Fassade» reduziert. Das Stedtli soll ein lebendiger Ort mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten und Begegnungsräumen sein.

Intosens wurde vom Kanton beauftragt, die Meinungen ausgewählter Bewohner und Meinungsbildner einzuholen, Ideen zu kreieren und die Sicht von aussen einzubringen. Es galt, die Chancen, die sich durch eine Verkehrsberuhigung für den historischen Ortskern ergeben, zu analysieren und aufzuzeigen. Wie kann sich ein Leben im verkehrsberuhigten Stedtli neu entfalten? intosens' Analysen und konzeptionelle Arbeit betrachten gleichzeitig die Gemeinde, ihr Angebot und ihre Bewohner als Ganzes. Sie bringen neben den naheliegenden positiven Effekten wie verbesserte Wohn- und Lebensqualität, Rückeroberung und Wiederanbindung von Räumen auch realistische sowie theoretische Chancen an den Tag: Mehr Belebung auf vielen Wegen, Aufwertung des öffentlichen Raumes (Flanierqualität) und der Gewinn jüngerer Menschen im Zentrum. 

Der Hauptnutzen liegt in der Eröffnung von neuen Chancen, die aber erst von den Beteiligten ergriffen werden müssen. Denn der vollständige Nutzen stellt sich nicht von selbst ein. Der neu entstehende Raum für Identitätsprägendes muss entdeckt und entwickelt werden. 

Anfangs September 2018 stellte das Zürcher Amt für Verkehr das Siegerprojekt vor: Eine Auto- und eine Fussgängerbrücke über das Aabachtobel des spanisch-schweizerischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Die Chancen fürs Stedtli sind damit eröffnet.

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