Kirche Egg Wollishofen

Ideenwettbewerb Umnutzung Kirche Egg, Zürich (2012)

Wettbewerbauschreiberin

Reformierte Kirchgemeinde Zürich-Wollishofen

Arbeitsgemeinschaft

Claudine Bichet
Kurt Gantenbein
Andreas K. Heusler
Maria Luise Hilber (intosens)
Esther Iten
Yves Morin (Architektur, Projektentwicklung)

Arbeiten intosens

Nutzung & Identität, Konzeptgestaltung

Wettbewerbsergebnis

Auszeichnung

Ein kostbarer «Rohstoff»: Kirchenbrachen

Immer mehr verschwinden ganze Industriezweige und Militärinfrastrukturen. Bald werden auch Bankenhäuser an besten Lagen in der Zürcher Innenstadt zu Stadtbrachen. In der Schweiz schlummert ein Potenzial ungenutzter Industrieflächen von rund 17 Mio. Quadratmeter (so gross wie die Stadt Genf). Kommen die Militäranlagen in städtischen Lagen dazu, zeigt sich nochmals ein Potenzial in ähnlicher Höhe. Nun kommen auch noch die Brachräume und -flächen der Kirchen dazu. Die Industriekamine, als Zeitzeugen struktureller Veränderung, werden nun durch zahlreiche Kirchtürme erweitert.

Die Kirche Auf der Egg steht exponiert auf einem Hügel, in grosszügiger Umgebung und mit einer einmaliger Aussicht auf den Zürichsee. Die heute wenig genutzte Kirche soll sich dank neuen Nutzungen wieder mit neuem Leben füllen. Die Reformierte Kirchgemeinde Wollishofen  möchte 'statt abbrechen, aufbrechen in die Zukunft' und schreibt im Sommer 2012 einen Ideenwettbewerb aus. Als eine der ersten Gemeinden der Schweiz geht sie die Umnutzung in dieser Form an. Ihre Vision EGG+: Aus dem sichtbaren Wahrzeichen der Stadt wird ein erfahrbares Wahrzeichen mit Ausstrahlung. Gesucht sind Ideen und Projekte für eine selbsttragende Nutzung mit Vernetzungspotential, welche, vereinbar mit christlicher Ethik, die Unverwechselbarkeit von Ort und Gebäude aufnimmt und einen erkennbaren Akzent setzt.

nubes* Vision mit Projektideen zur Umnutzung der Kirche

In Anlehnung an das lateinische Wort für 'Wolke' erarbeitete die Arbeitsgemeinschaft die visionäre Projektidee für EGG+, als einen Ort für mehrere Generationen zum Arbeiten, Wohnen und Sein. Architektonisch wird der Aufbruch in die Zukunft mit einem zwölfstöckigen luftig-leichten Neubau unterstrichen. 

Die Grundidee «Gott bleibt — nubes* kommt» verdeutlicht: Der Kirchenraum bleibt erhalten, wird aber neu genutzt. Das Kirchengebäude EGG strahlt solide Werte aus. Respekt und Höflichkeit gebührt den Räumen und der Materialisierung mit hochwertiger Handwerksarbeit. Die Kirche wird kaum angetastet und gänzlich erhalten bleiben – innen und aussen. Zu ihr gesellt sich jedoch als neues Element nubes* – ein hohes, gläsernes Wolkengebäude. Ein neues, mutiges Gebäude auf dem Kirchenareal EGG schafft nachfrageorientierte Nutzungen: Mischnutzung für eine gesunde soziale Durchmischung als Beitrag zum Quartierleben.

Die Überalterung der Gesellschaft macht auch vor Zürich nicht Halt. Ob Wunsch oder Notwendigkeit – arbeiten bis ins hohe Alter wird zur Normalität. Immer mehr ältere Menschen wollen sich im Lebensmarkt vermehrt einbringen. Sie möchten selbständig bleiben und sich freiwillig betätigen können. RosaArbeit  soll in EGG gelebt und geschätzt werden. RosaArbeit bedeutet eine neue Form von Werkdienstleistungen gegen ein freiwillig reduziertes Entgelt.

Die Kirche EGG wird ein Ort, wo Menschen tätig bleiben können, die den Jungen etwas zu bieten haben, was oft fehlt: Erfahrung, Ausgeglichenheit und Freiheit. Junge und Alte ergänzen sich, beide sind gleichermassen gefordert.

Das Projekt nubes* erhielt das Prädikat «Auszeichnung».

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