Papieri-Areal Cham

Testplanung / Umnutzung Areal Papierfabrik Cham (Siegerprojekt 2014)

Auftraggeber

Gemeinde Cham
Cham Paper Group Immobilien AG

Projektteam

Albi Nussbaumer Architekten AG, Zug
Boltshauser Architekten, Zürich

Appert&Zwahlen Partner | intosens und INREIM, Raumökonomie | Lukas Bühlmann, VLP-ASPAN | EK Energiekonzepte | Emch und Berger WSB

Arbeiten intosens

Nutzungsprogrammierung und Identitätsentwicklung

Entwicklungsabsicht

Nutzergerechte Arealentwicklung mit Rollender Planung

Arealfläche

rund 12 ha, Bestandgebäude und Neuanlagen

Transformation zur öffentlichen Nutzung

Die Papierproduktion war über 350 Jahre lang ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Cham, der die Entwicklung der Gemeinde massgeblich mittrug. Das Fabrikareal der «Papieri» der Cham Paper Group (CPG) ist über die Jahrhunderte kontinuierlich gewachsen und umfasst heute rund 12 Hektaren. Das zentrumsnahe, ehemals umzäunte, nicht zugängliche Gebiet soll nun langsam der prosperierenden Stadt Cham einverleibt werden und ihr als neues, durch seine Industriegeschichte geprägtes Quartier, angeeignet werden. «Ein lebendiger, gut durchmischter Stadtteil soll entstehen.»

Siegerprojekt - Testplanung Stadtteilentwicklung

Damit die neuen Stadträume nicht nur auf den 3D-Renderings, sondern auch in der gebauten Realität die gewünschte Belebung finden, wurde bei der Entwicklung des Siegerprojektes die Fachdisziplin der Nutzungs- und Identitätsentwicklung hinzugezogen. Es wurden Lösungen geschaffen, welche insbesondere Erdgeschosse und den öffentlichen Raum Nutzungen zuführen, die auf den angestrebten Bewohnermix und auf das Potenzial des Ortes abgestimmt sind. Damit wird die Chance optimiert, dass die Räume tatsächlich angenommen werden. Hinzu kommt die Fokussierung auf Identifikationsmöglichkeiten, welche Zugehörigkeit und damit den Charakter des Areals über Jahrzehnte hinaus definieren können.

Wichtig bei diesem Projekt ist die Erkenntnis: Architektur, Städtebau und Freiraumgestaltung werden den Charakter des Areals nur dann langfristig positiv definieren, wenn sie gleichzeitig eine Identifikation der neuen Bewohner und damit eine intensive „Benutzung“ erzeugen können. Der Stadtnutzer steht bei diesem Projekt im Mittelpunkt der Betrachtung. 

Trotz grossem Wohnanteil sucht das Gebiet durch seine industriell geprägte Urbanität und dem differenzierten Angebot an unterschiedlich nutzbaren Aussenräumen ein reges öffentliches Leben. Vor allem entlang der Lorze - mit Gassenraum und neu angelegtem Steg - soll dieses einmalige, bis anhin mehrheitlich verborgene Areal sichtbarer und der Öffentlichkeit zugänglicher gemacht werden. An der Lorze wird das historische Fabrikgebäude durch die Wegnahme diverser im Osten angebauter Lagerhallen freigelegt. Anstelle wird ein parallel verlaufender Neubau einen neu angelegten Gassenraum einfassen und eine breit angelegte Treppenanlage führt vom unteren Niveau hinauf zum Platz vor dem Kesselhaus.

Im Schlussbericht der Gemeinde wurde der Entwurf, der auch konkrete Nutzungsszenarien beinhaltete, als zugleich visionär und realistisch gewürdigt. Voraussichtlich wird im Juni 2016 das Chamer Stimmvolk an einer Volksabstimmung über den Bebauungsplan «papieri» entscheiden können, welcher derzeit erstellt wird.

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